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Was ist Fremdstromkorrosion am Liegeplatz?
Kurze Antwort
Der Schaden entsteht still, über Monate, und oft nicht am eigenen Boot als Verursacher. Anoden, die in einer Saison verschwinden, sind das erste Zeichen.
Fremdstromkorrosion ist der unauffälligste teure Schaden im Hafen. Sie entsteht, wenn über den Landanschluss ein Streustrom ins Wasser gelangt, häufig durch einen Fehler an einem ganz anderen Boot oder an der Steganlage selbst. Ihr Boot wird dann zur Opferanode für die Nachbarschaft. Betroffen sind Welle, Propeller, Saildrive, Ruderanlage, Seeventile und Kielbolzen, also genau die Teile, an die man im Wasser nicht herankommt.
Erkennbar ist sie an einem einzigen Zeichen: Die Opferanoden sind nach einer Saison weg, manchmal nach wenigen Wochen. Wer das für normalen Verschleiß hält, verliert die Zeit, in der sich der Schaden noch aufhalten lässt. Der zweite Hinweis kommt beim Kranen, wenn Propeller oder Bronzeteile rosa oder porös aussehen; das ist Entzinkung und praktisch immer elektrolytisch.
Versicherungsrechtlich ist die Lage unbequem, denn Korrosion ist ein allmählicher Vorgang, und allmähliche Vorgänge sind in Sachversicherungen regelmäßig ausgeschlossen. Der Streit dreht sich dann darum, ob es Verschleiß war oder ein plötzlicher Fremdeinfluss. Was Ihnen hilft, ist deshalb die Dokumentation: Fotografieren Sie den Anodenzustand bei jedem Kranen, notieren Sie das Datum, und melden Sie einen auffälligen Anodenverbrauch sofort dem Hafen. Ein Galvanic Isolator oder ein Trenntrafo kostet einen Bruchteil einer neuen Welle.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Wie schnell geht das?
Bei einem starken Fremdstrom sind Anoden in Wochen verbraucht und Bronzeteile in einer Saison entzinkt. Ohne Fremdstrom halten Anoden üblicherweise ein bis zwei Jahre.
Was schützt zuverlässig?
Ein Galvanic Isolator oder ein Trenntrafo im Landanschluss, dazu regelmäßige Anodenkontrolle. Beides ist Vorsorge, keine Versicherungsleistung, aber deutlich billiger als der Schaden.
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